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Trecking zu den Bergstämmen in Nordthailand

Es ist eine Geschichte die innerhalb von 120 Jahren geschrieben worden ist und die selbst Hollywood nicht hätte besser schreiben können. Es ist die Geschichte des Lahu Bergvolkes in äußerten Norden Thailands, unweit der Grenze zu Myanmar, das vor über 120 Jahren aufgrund militärischer Spannungen von Myanmar in die Berge Nordthailands flüchtete und sich dort ansiedelte. Ursprünglich entstammt das Volk aus Tibet und China

Die Zeiten waren immer hart und das Leben karg, man baute im 19. ten Jahrhundert Opium an und transportierte diesen durch das Grenzgebiet des Goldenen Dreiecks. 1952 weitete sich der Kommunismus immer mehr aus und auch der Norden Thailands drohte von den roten Soldaten erobert zu werden. Die thailändische Regierung installierte eine Pufferzone zwischen Myanmar und Thailand und bewaffnete das Lahu Volk, um die Kommunisten zurückzudrängen. Als Gegenleistung erhielten Sie ihre Thailändische Staatsbürgerschaft in Form einer Münze - als Halskette überreicht. 1972 wurde Chafa Anführer der Lahu Stämme und kämpfte erfolgreich gegen die Aggressoren. In diesen Zeiten wurde auf dem Feld mit der Waffe über der Schulter geerntet, da man jederzeit mit Überfällen rechnen musste.

Nachdem sich die Zeiten friedlicher gestalteten, wurden die Lahu entwaffnet und durch Unterstützung des Königs Bhumipol von Thailand überzeugt den Drogenanbau einzustellen und den Obst- und Teeanbau zu betreiben. 1983 wurde Chafa von burmesischen Banditen in seinem Dorf erschossen nachdem er sich widersetzte den Drogenhandel wieder in Gang zu bringen. König Bhumipol beauftragte daraufhin die Kinder Cafas die Führung des Stammes zu übernehmen und sich an die getroffenen Absprachen zu halten.

Yok ist die jüngste Tochter Chafas und empfängt mich in Ihrem Hotel Phumanee im Ort Fang. Sie hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Tourismus zu den Bergvölkern zu bringen und deren Lebensstandard durch die Einnahmen des Tourismusses zu verbessern. Detailiert klärt sie mich über die Geschichte des Volkes und über ihr Projekt auf. Ursprünglich wollte ich nur eine anspruchsvollere Treckingtour zu den Hilltribes unternehmen und hatte mich kaum mit der Geschichte und den örtlichen Gegebenheiten beschäftigt. Nun bin ich aber doch Feuer und Flamme dieses Dorf inmitten der Berghänge des zweithöchsten Berges Thailands zu erwandern.

Schon frühmorgens werde ich aus meinem Hotel in Chiang Mai abgeholt und in einer dreistündigen Fahrt nach Fang, in den äußersten Norden unweit der Grenze zu Burma, gebracht. Unsere Reisegruppe besteht aus mir, einem lokalen Führer des Lahu Volkes und einem Träger, der unser Dschungelmittagessen mitsamt Utensilien den Berg hinaufträgt.

Von einem wunderschönen Wasserfall startend beginnt unser Dschungeltrail, wo es auf nur schwach ansteigendem Terrain mitten durch den tropischen Dschungel geht. Ich wurde gewarnt mir festes Schuhwerk zu besorgen und eine lange Hose anzuziehen. Jetzt weiß ich auch warum. Der Trail ist schmal, geht durch dichte Bewaldung und oft kaum mit blossem Auge zu erkennen.

Ab und zu muss ich unter riesigen umgefallenen Bambusrohren hindurchkriechen oder abseits des Trails Hindernissen ausweichen. Eine fast unberührte Natur läßt das Wandern zu einem Erlebnis werden. An einem Flusslauf bereitet meine Crew ein schmackhaftes Mahl zu mithilfe der vor Ort zu findenenden Kochutensilien vor. In Palmenblättern eingewickelt wird Reis in ein mit der Machete bearbeiteten Bambusrohr gesteckt und über einem Feuer erhitzt, lila Süßkartoffeln werden ins Feuer geworfen und so gebraten. Hähnchen wird in Palmenblätter gewickelt und gegrillt und ein pikanter Salat in einer Bambusschale angefertigt. Wir essen auf ausgebreiteten Palmenblättern - Was für ein köstliches Dschungelmahl!

Von nun an wird es abenteuerlich- Vom Trail ist keine Spur mehr zu sehen und wir klettern kreuz und quer den Dschungelhang hinauf. Mein Guide immer vorweg und sicherstellend, dass sich keine grünen Mambas in den auf dem Boden liegenden Bambusrohren versteckt halten. Mit seinem Stock klopft er sicherheitshalber alles ab. Ich bin direkt hinter ihm und staune mit welcher Geschicklichkeit er es vermag schnell zu wandern und mir gleichzeitig den Weg vor Hindernissen auf dem Weg und in Kopfhöhe freizuräumen. Nach ca. 90 Minuten durchbrechen wir den Dschungel und kommen in eine kultivierte Region. Ich wähne mich schon fast am Ziel, aber mal gründlich geirrt, denn jetzt wird es richtig hart und unsere Pausen nehmen immer kürzere Intervalle an, denn es geht stetig bergauf, mal mehr oder weniger steil, aber die nun von oben brennende Sonne macht es auch nicht leichter.

Unterwegs begegnen mir Kinder, die mit ihren Eltern auf die Felder gekommen sind und dort spielen. Ich beschenke sie mit Süßigkeiten und ernte dankbare Kinderaugen. Später erfahre ich, dass eines der mir begegneten Mädchen für umgerechnet 13 Euro von ihren drogenabhängigen Eltern an eine Lahu Farmerfamilie verkauft worden ist. Nun ginge es ihr gut und sie kann dankbar sein, daß ihr das so passiert ist. Das macht mich sehr traurig und mir wird bewusst, wie dankbar wir Europäer doch über unseren Lebensstandard sein können.

Im Dorf erschöpft angekommen werde ich erstmal zu einem Tee in einem Lahu Haus eingeladen. Man zeigt mir die Kunst des Bambusflechtens und lädt mich ein es auch einmal zu versuchen. Ich sehe schnell ein, dass meine Fähigkeiten jedoch sehr begrenzt sind und versuche es lieber beim Pflücken der Blätter auf den wild wachsenden Teebäumen . Ausgestattet mit einem Korb geht es zusammen mit meinen Begleitern ans Werk und ich mache mich erstaunlich gut. Die Blätter werden dann an einer Sammelstelle abgeliefert und von mir über einem Feuer in einem Kessel erhitzt, um so Öle zu lösen. Dabei stampfe ich ordentlich die Blätter zusammen. Für 1 kg gesammelte Teeblüten erhalten die Pflücker 10 Thai-Baht, das entspricht ca. 30 Cent. Als letzten Schritt werden die Blätter entnommen und zum Trocknen ausgelegt.

Nachdem der Opiumanbau gestoppt worden ist, haben sich die Lahu auf den Obst- und Teeanbau fokusiert. Yok hat es sich nach Ihrem Studium an der Universität von Chiang Mai zur Aufgabe gemacht die Qualität des Tees durch neue Methoden zu verbessern und auch die Infrastruktur in den Dörfern zu verbessern. So wurden bereits durch freiwillige Studenten aus China und Singapur Wasserleitungen vom Wasserfall hoch ins Dorf quer durch den Dschungel verlegt. Angesicht meiner Trecking Tour wird mir bewusst, was hier für eine Arbeit seitens der Studenten und Dorfbewohner geleistet worden ist. Es wird noch einige Zeit dauern, bis die Lahu einen angemessenen Lebensstandard haben werden, aber warum nicht einmal selber helfen und einen Besuch im Lahu Village planen? Man muss ja nicht durch den Dschungel wandern, um am Dorfleben teilhaben zu können. Im 4x4 Jeep kann man über eine Dschungelstraße das Dorf in ca. einer Stunde Fahrt erreichen und an den Aktivitäten im Dorf teilnehmen. Sportlich geht dies auch mit dem Mountain Bike, allerdings sollte hier eine gute Grundkondition, wie auch beim Trecking, Voraussetzung sein. Wer möchte, kann in einem der Homestays im Dorf zusammen mit der jeweiligen Familie übernachten. Die Aufbettung besteht aus Laken, die auf dem Bambusboden ausgelegt werden. Durch die Elastizität des Bambusgeflechtes fühlt sich das ähnlich an, als ob man auf einer Matratze liegt - naja zumindest fast so !

Mein Job als Praktikant auf Zeit im Black Lahu Village ist erledigt - Zur Belohnung darf ich mir auf Lahu Art mein Abendessen unter Anweisung selbst bereiten. Es schmeckt einfach köstlich! Bis bald Black Lahu Village.