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Fernreise

Historic Wellness - königlich baden wie vor 100 Jahren

Als unsere vierköpfige Wellnessreisegruppe aus dem Zug steigt, schlägt uns laue Frühlingsluft entgegen. Wir haben uns aus Hannover auf gemacht ins legendäre Baden-Baden, rund 400 km Luftlinie gen Süden.

Taxifahrer Mehmet bestätigt: „Im Sommer herrscht hier Mittelmeerklima, oft ist es fast tropisch schwül. Schnee dagegen kennen wir fast gar nicht mehr.“ Und so spürt man jetzt im April auch die Kraft des Frühlings im Talkessel von Baden-Baden weitaus intensiver als bei uns im hohen Norden. Überall sprießt, grünt und blüht es bereits in vollen Zügen. Mondän und reich zeigt sich Baden-Baden an jeder Ecke - nicht nur vor dem berühmten Casino reihen sich die Luxuskarossen aneinander. Schon vor über 200 Jahren galt die internationale Kurstadt als „Sommerhauptstadt Europas“ und noch immer kommen mehr als ein Drittel der Touristen aus dem Ausland.

 Baden-Baden

Vor allem auf Besucher aus dem arabischen und russischen Raum übt das kleine Städtchen eine unvergleichliche Faszination aus. Manchmal macht sich letzteres auch im „Servicestil“ und einer etwas osteuropäisch-ruppigen Tonart in den Kurortattraktionen bemerkbar. Darüber allerdings haben wir hinweggelacht, weil es beispielweise zum Ambiente des Friedrichsbads auch irgendwie zu passen schien. Meine Freundin Sandra weiß sogar zu berichten, dass reiche Russinnen in Baden-Baden wohl auch schon einmal ganze Krankenhausstationen samt Personal über Wochen anmieten, um auf die Niederkunft ihres Kindes zu warten. Soll es Glück bringen oder ist das Vertrauen in die deutsche Ärzteschaft so groß, fragen wir uns.

 Kuppelsaal Friedrichsbad (Foto: CARASANA)

Ein Besuch im historischen Friedrichsbad (1877) erscheint uns mittags weitaus spannender als die moderne Caracalla Therme und wir werden wahrlich nicht enttäuscht. Das Ambiente mutet zunächst an wie Russland zu alten Zarenzeiten. Nach den eindrucksvollen Thermalduschen folgt ein Wärmeraum mit einfachen Holzliegen und handbemalten Majolika-Kacheln an den Wänden. In der nächsten Station wird es auf den Latten unserer Liegen so heiß, dass uns die Assoziation an Brathähnchen kichernd weitertreibt.

 Seifenbürstenmassage (Foto: CARASANA)

Sinn der verschiedenen Stationen ist es, den Körper langsam aufzuwärmen bis zum irischen Dampfbad. Dann geht an die schrittweise Abkühlung in verschiedenen Thermalbädern nach römischem Vorbild. Highlight ist sicherlich das Bewegungsbad im prunkvollen Kuppelsaal. Wenn es hier nicht schon wieder merklich kühler zuginge, könnten wir uns gar nicht lange genug sattsehen an den korinthischen Säulen und Verzierungen im ganzen Raum. Zwischendurch genießen wir (gegen Aufpreis) eine Seifenbürstenmassage in Anlehnung an ein orientalisches Hamam und am Ende eine Crememassage. Alles in allem ein wirklich einzigartiges Erlebnis in einem Badetempel, dessen Slogan wahr wird: „Sie baden nicht nur in Thermalwasser, sondern in Geschichte.“

  Kaffeesack (Foto: Kaffeesack)

Wer nachmittags ein nettes Café sucht, kann dem Platzhirschen „Café König“ einen Pflichtbesuch abstatten. Sehr leckere Kuchen - uns aber war es insgesamt zu groß, voll und laut.

Ein kleines Juwel hingegen ist das „Kaffeesack“ (Hirschstr. 6) mit Kaffeespezialitäten aus der hauseigenen Rösterei. Die Bedienung ist nicht nur nett und motiviert, sie kennt sich auch sehr gut aus mit ihren Produkten. Bei Katschupino und anderen Leckereien lässt sich gerne eine kurze Auszeit genießen.

 Kaffeekultur im Kaffeesack (FOTO: Kaffeesack)

Ein besonderer Tipp zum Essen gehen ist das Restaurant M10 am Marktplatz. Hier wird Menschen mit Behinderung ein integrativer Arbeitsplatz geboten. Eine gute Sache, die ganz bestimmt Unterstützung verdient, ist unser Fazit nach unserem letzten, lustigen Frauenabend.