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Fernreise

Türkische Ägäis 2017

Es stellte sich mir die Frage: Kann ich mit meiner Familie ruhigen Gewissens einen Urlaub in der Türkei verbringen und auch noch genießen?

Die Türkei -

Urlaub in einem Land voller Naturschönheiten. Das Wort Krise ist in aller Munde, wenn es um Urlaub in der Türkei geht. Fast hat man ein schlechtes Gewissen, Bekannten und Verwandten zu berichten, dass man vor hat, seinen Urlaub in der Türkei zu verbringen.

Ich habe es trotzdem samt Familie getan, weil ich auch wissen wollte, wie genau sich der Tourismus vor Ort darstellt. In der Zeit Anfang Juni ist es eigentlich in vielen Ländern leer in den Hotels und an den Stränden. Man bereitet sich langsam auf die Ferienzeit, die Hauptsaison vor. Umso erstaunter war ich, als ich in meinem Domizil, dem Sentido Lykia Resort, einem Part des Liberty Lykia Hotelkomplexes am Golf von Ölüdeniz, angekommen war.

Trotz komplett entspannter Atmosphäre in dieser wunderschön an einem Hang und einer idyllischen Badebucht gelegenen Anlage, waren die Hauptrestaurants genauso voll wie die Theater während der Vorstellungen. Auch die Aktivitätenprogramme erfreuten sich bei allen Gästen eines regen Interesses. Wer hätte das gedacht. Statt erwarteter 30 Prozent Auslastung wie im letzten Jahr liegt die Hotelauslastung jetzt schon bei über 80 Prozent. In den Monaten Juli/August bekommt man schon keine Zimmer mehr in diesem Resort. Wie kann das nur möglich sein ?

Die Deutschen sind ein Volk, das sehr sensibel auf Medienberichterstattungen über negative Natur- oder politische Ereignisse reagiert. Speziell die Türkei bietet in Sachen Politik hierzulande ja einiges an Gesprächsbedarf. Seit Anfang der 90er Jahre organisiert meine Firma ITA Transworld Urlaube in die schönsten Ecken der Welt und fast jedes Jahr werden wir in sicherer Regelmäßigkeit mit Krisen in bestimmten Regionen konfrontiert, die speziell das Buchungsverhalten des deutschen Urlaubers beeinflussen. Beispiele: Flugzeugabstürze der Pan Am und TWA Anfang der 90er fügen dem USA Tourismus erheblichen Schaden zu. Der Flugzeugabsturz der Birgen Air mit eingehender Sensationsberichterstattung deutscher Medien bringen den Tourismus in der Dominikanischen Republik fast auf den Nullstand. Die Proteste in Thailand führen zu erheblichen Buchungsstornierungen, sowie Umbuchungen in andere Zielgebiete. Die Griechenlandfinanzkrise führt nahezu zu einem Buchungsboykott. Die Anschläge in Nordafrika lassen Buchungen nach Ägypten, Marokko oder Tunesien kollabieren. Diverse Türkeikrisen führen speziell beim deutschen Urlauber zu großer Verunsicherung und Buchungszurückhaltung. Bleiben wir bei diesem Beispiel. Warum kommen Engländer, Skandinavier, Russen und Benelux Gäste in diese landschaftlich so schöne Region, aber im Verhältnis so wenig deutsche Urlauber? Kein Gast sollte sich in den Küstenregionen der Adria oder Riviera unsicher fühlen. Eine große Gastfreundschaft findet man hier allgegenwärtig vor.

Herr Erdogan ist in den Küstenregionen fast eine Unperson. Die regierende AKP Partei wurde hier im Referendum mit einer derben Klatsche abgestraft. In Zeiten eines aufkommenden Nationalismus im Herzen Europas wundern auch wir uns, was für Politiker und Parteien Einzug in unsere Parlamente feiern und sogar um Präsidentenämter kandidieren. Würde man deswegen z. B. in Frankreich keinen Urlaub mehr machen wollen? Ich sage nein - gerade wer sich jetzt zu einem Urlaub in der Türkei entscheidet, wird in vielen Punkten belohnt:

Die Hotels haben auch im schlimmen, vergangenen Tourismusjahr, geprägt durch den Boykott Russlands, nie an Service, Qualität und Auswahl der Speisen gespart und versucht, das Personal auf einem hohen Stand zu halten. Gerade deutschen Gästen wird eine große Wertschätzung entgegengebracht. Man möchte lieber deutsche Gäste bewirten als andere Nationalitäten - das wird einem durch die Blume erzählt. Familien sparen teilweise über 1000 Euro, wenn sie anstatt Spanien zu wählen, in die Türkei reisen und das bei besserer Hotelqualität. In nur einer Woche habe ich hier touristische Highlights erleben dürfen, die ich in anderen Ländern in mehreren Wochen nicht erleben durfte. Da ist zum einen der Golf von Ölüdeniz mit seiner atemberaubenden Bergpanoramakette im Hintergrund. Kristallklares Wasser und wunderschöne Buchten laden zum Schwimmen und Sonnenbaden ein. Auf einer Panoramafahrt entlang des Küstengebirges bieten sich unzählige Fotostopps. Idyllisch ist auch ein Badestopp entlang der blauen Lagune von Ölüdeniz.

Ein unvergessliches Highlight ist der Besuch des wunderschönen Städtchens Dalyan, das an einem Fluss gelegen ist. Die Zeit scheint hier still zu stehen. Bei einem türkischen Tee in einem der vielen Restaurants lässt es sich wunderbar entspannen. Die nahe gelegenen, imposanten und antiken Königsgräber laden zu einem Besuch ein. In jedem Fall aber sollte man mit dem Boot zum Schildkrötenstrand fahren. In der Mangrovenlandschaft beobachtet man hoffentlich eine der vielen Riesenschildkröten. Nach 18 Uhr gehört der Strand wieder ausschließlich den Schildkröten, die hier ihre Eier legen. Wer noch Zeit hat, sollte sich ein Schlammbad in einem der für die Region Dalyan bekannten Badeanstalten gönnen. Der Heilschlamm soll gerade bei Gelenkerkrankungen gut anschlagen. In jedem Fall macht er die Haut weich. Was wäre die Türkei ohne einen Besuch auf einem Bazar? Jeden Dienstag öffnet nah des Hafenviertels der Bazar von Fethiye seine Pforten. Den Besuchern bietet sich eine große Auswahl an Gewürzen, Kleidung, Lederwaren und vieles mehr. Es wird gefeilscht, was das Zeug hält. Fast immer aber mit einem guten Ausgang für Käufer und Verkäufer.

Für mich steht fest: Türkei, du siehst mich schon bald wieder.